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Der Dubai Creek ist die Lebensader von Dubai. Er trennt die beiden Stadtteile Bur Dubai und Deira. Es ist auch die Grenze zwischen Alt und Neu. Auf der einen Seite das Alt-Dubai mit der Vergangenheit der Stadt und ihren historischen Gebäuden und Monumenten, die die Zeit überstanden haben. Hier befinden sich das denkmalgeschützte Dorf, die Handelskammer, die Nationalbank von Dubai, die Gerichtsgebäude sowie die funkelnden Gold- und Gewürzsouks.

Ohne Hektik, und losgelöst vom Feierabendverkehr in Dubai, genießt man den Creek am besten während einer Dinnertour auf einem der traditionellen arabischen Dhau-Boote aus Holz. An der Kaimauer auf der Deira-Seite liegen mehr als ein Dutzend davon. In den Abendstunden haben sie ihre Lichterketten eingeschaltet. Am Oberdeck ist der Speiseraum, mittig das einladende Buffet, an den Fensterfronten die Speisetische für meist jeweils vier Personen. Freundliche Begrüßung, aufmerksamer Service, Gäste aus aller Welt.

Kurz nach dem Ablegen, im Anschluss an den Getränkeservice, wird das Buffet freigegeben. Es geht angenehm ruhig dabei zu, kein Drängeln, kein Vorbeischummeln, höfliche Zurückhaltung. Auch der Küchenchef strahlt mit seinem runden Gesicht und freundlichem Lächeln Zufriedenheit aus. Die Farbpalette wird in seiner ganzen Breite ausgenutzt und das Auge isst im wahrsten Sinn des Wortes mit.

Die Vielfalt an Salaten und Gemüsegerichten lässt das Herz der Vegetarier höher schlagen. Tomaten, Gurken, Oliven, Auberginen, Kichererbsen- und Bulgursalat, arabische Mixed Pickles und gedünstetes Mischgemüse. Die Hauptspeisen sind nicht weniger vielseitig, Neben den, für weniger experimentierfreudige Gäste gedachten Nudelgerichten, gibt es Rind, Huhn, Hammel und Fisch mit einer Fülle von Gewürzen: Zimt, Safran, Anis und Kardamon. Die meisten Gerichte haben einen indischen, pakistanischen oder libanesischen Einschlag.

Authentische Leckereien sind auf jeden Fall Hummus (Kichererbsenbrei), Moutabel (Auberginencreme), Taboule (Salat aus Petersilie, Tomate und Zwiebel), Falafel (frittierte Bällchen aus Kichererbsenpürree) oder Shawarma (Fladenbrot gefüllt mit Fleisch, Salat und Joghurt). Auf keinen Fall darf das Fladenbrot fehlen, das man in kleine Stücke reißt und zum Mund führt. Wer sich ein wenig der Kultur im arabischen Raum anpassen möchte, macht Letzteres nicht mit der linken Hand. Denn diese gilt in diesen Kreisen als unrein.

Die Nachspeisen und Süßigkeiten vom Buffet sind nicht nur eine Sünde wert, sie sind die Sünde pur. Denn sie sind extrem süß, aber ebenso lecker. Sie bestehen aus Nüssen, Mandeln, getrockneten Früchten und Honig. Alleine ein Stück von der vorzüglichen Baklava, die ursprünglich aus der Türkei stammt, dürfte den Kaloriengehalt einer kompletten Mahlzeit auf sich vereinen. Ein Dessert muss man aber unbedingt probieren: Umm Ali. Ein warmer Brotpudding mit Zimt. Samtig und cremig und natürlich süß.

Während der zweistündigen Fahrt auf dem Creek hat man genügend Zeit sich auch ein wenig mit der Crew zu beschäftigen. Sie sind ein eingespieltes Team. Kapitän, Purser, Koch, Steward und Stewardess. Alle sind bemüht den Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Dem sonnengegerbten Gesicht des Kapitäns sieht man die Erfahrung an, die er über viele Tausend Fahrten auf dem Creek gesammelt hat und jede Welle des Flusslaufes persönlich kennt.

Besucher-Tipp: Es werden verschiedene Dinner Cruises auf dem Dubai Creek angeboten. Da man die Schiffe tagsüber am Kai des Dubai Creek in Augenschein nehmen kann, kann man hier bereits eine Auswahl treffen. Besser ist es, sich vom Concierge im Hotel eine Empfehlung geben zu lassen.

Preise: Die Preise variieren von Angebot zu Angebot. Generell sollte man pro Person von einer Preisspanne von Euro 30,– bis Euro 80,– ausgehen.

Fahrzeiten: Als Dinner-Cruise sind die Abfahrzeiten immer abends mit Beginn der Dämmerung. Eine durchschnittliche Dinner Cruise dauert in der Regel bis zu zwei Stunden.