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Der Energiebedarf der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) soll bis 2020 jährlich um etwa 9% auf 40.000 MW steigen. Um die Stromversorgung sicherzustellen, setzt das Land schwerpunktmäßig auf Atomstrom. Aber auch erneuerbare Energien (EE) dürften in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen. Die Emirate Dubai und Abu Dhabi verfolgen verschiedene Projekte zur Nutzung von Solarenergie. Aber auch Kraftwerke für fossile Brennstoffe werden weiter gebaut.

Um ihren zukünftigen Energiebedarf sicherzustellen, setzen die VAE vor allem auf Atomstrom. In Abu Dhabi wird bereits am ersten von insgesamt vier 1.400-MW-Reaktoren gearbeitet. Dubai hat jüngst erklärt, bis 2030 den Anteil der Stromerzeugung aus Gas von derzeit 100% auf 71% zu reduzieren, während jeweils 12% für Kohle- beziehungsweise Atomstrom vorgesehen sind, die restlichen 5% für EE. Es ist allerdings unklar, ob der Atomstrom durch ein eigenes Kraftwerk erzeugt werden soll oder ein Import aus Abu Dhabi vorgesehen ist. Die Dubai Electricity & Water Authority (DEWA) arbeitet an einem Projekt zum Bau eines Kraftwerks für Importkohle (Hassyan Coal Fired Power Plant), das in zwei Phasen mit einer Kapazität von insgesamt 1.200 MW entstehen soll.

Die VAE verfügen bei erneuerbaren Energien über eine Kraftwerksleistung von insgesamt etwa 130 MW und liegen damit immer noch weit vor den Nachbarländern. Im Jahr 2012 setzte sich Abu Dhabi zum Ziel, bis 2020 rund 7% seines Energiebedarfs über EE zu decken, Dubai plant mit 5% bis 2030. Im Emirat Abu Dhabi entsteht mit Masdar City eine Stadt, deren Energieversorgung komplett über Solarenergie und anderen erneuerbaren Energien gedeckt werden soll. Die Solaranlagen Shams 2 und 3 in Masdar sind allerdings Berichten zufolge seit Projektbekanntgabe 2012 noch nicht viel weiter gekommen.

Dubai ist nach Abu Dhabi das zweite Emirat, das auch auf EE-Projekte setzt. Im Januar 2015 hat die DEWA den Auftrag für den Bau einer 200 MW Solaranlage im Mohammad Bin Rashid Al Maktoum Solar Park an ein Konsortium aus ACWA Power und TSK vergeben. Im Juni 2015 erhielt First Solar den Auftrag die Solarpanele für das Projekt zu liefern. DEWA plant zudem den Bau einer 800 MW Solaranlage für 800 Mio. $. Anfang September 2015 erhielt KPMG den Zuschlag für Beratungsdienstleistungen. Bee’ah plant für 50 Mio. $ eine Solaranlage in Sharjah, die Präqualifizierung läuft.